Beratungsleitfaden

Eine erfolgreiche Behandlung zielt darauf ab, Läuse in allen Entwicklungsstadien zu vernichten oder zu entfernen.

Nach wie vor sind viele Menschen der Meinung, Kopfläuse sind ein Zeichen  mangelnder Körperpflege und Hygiene. Tatsache ist, dass es der Laus egal ist, ob der Kopf „schmutzig“ oder „sauber“ ist – sie ist nur auf der Suche nach einem „lauschigen“ Plätzchen, damit sie ihre „Blutmahlzeit“ einnehmen kann.

Erfassung der Situation

Die Übertragung der Kopflaus erfolgt fast ausschließlich von Mensch zu Mensch bei nahem Körperkontakt. Wenn Kinder die Köpfe zusammenstecken z.B. beim Kuscheln, krabbeln die erwachsenen Kopfläuse von einem Kopf auf den nächsten. Die „Läusekinderstube“ lebt in der Nähe der Kopfhaut und verlässt den Kopf nicht. Andere Übertragungswege (z. B. von Gegenständen wie Kämmen, Bürsten, Bettwäsche, Kleidung etc.) bilden eher die Ausnahme. „Enge Lebensgemeinschaften“ wie Kindergärten und Schulen begünstigen die Ansteckung.

Läuse durchstoßen mit ihrem Stech- und Saugrüssel die Kopfhaut, um an ihre Mahlzeit zu gelangen. Damit das Blut nicht gerinnt, geben sie über ihren Speichel ein Sekret ab, welches auf der Kopfhaut stark juckende Knötchen hervorrufen kann. Weil  viele Betroffenen unwillkürlich beginnen, sich zu kratzen, entstehen in der Folge kleine blutende Hautwunden, die sich entzünden können.

Die Diagnose wird durch den Nachweis von lebenden Läusen, Larven, oder entwicklungsfähigen Eiern (Nissen) gestellt. Häufig gelingt der Nachweis von Nissen, die sich entgegen von Kopfschuppen nicht vom Haar entfernen lassen. Eier mit noch enthaltener Larve erscheinen dunkel und finden sich immer in der Nähe der Kopfhaut. Leere Eier wirken weiß und sind > 1cm von der Kopfhaut entfernt, da sie mit dem wachsenden Haar (ca. 1cm pro Monat) herauswachsen. Kopfläuse selbst sind schwieriger zu finden, da die meisten Betroffenen höchsten 20 bis 30 Läuse beherbergen.
Es wird empfohlen das angefeuchtete Haar (bevorzugt mit einer Pflegespülung) mit einem „Läusekamm“ Strähne für Strähne auszukämmen  (spezielle Kämme mit einem Zinkenabstand von nicht mehr als 0.2 mm). Der Kamm soll so geführt werden, dass er von der Kopfhaut aus fest zu den Haarspitzen heruntergezogen wird. Nach jedem Kämmen wird der Kamm sorgfältig auf Läuse untersucht.

Empfehlungen – Selbstmedikation

Leider hat jede Behandlung mindestens eine „Schwachstelle“ nämlich die jungen Läuse, die noch im Ei sitzen. Aus diesem Grund muss jede Behandlung wiederholt werden, denn nur so kann der Lebenszyklus der Laus unterbrochen werden.

Insektizidhaltige Lausmittel enthalten die für Kopfläuse giftigen Wirkstoffe  Permethrin, Pyrethroide und Pyrethrum. Pyrethrum wird aus Chrysanthemen gewonnen, die anderen Substanzen sind verwandte künstlich hergestellte Stoffe. Sie alle greifen am Nervensystem der Laus an.

Neben diesen Klassikern werden seit einigen Jahren physikalisch wirkende Präparate mit den Wirkstoffen Dimeticon, Kokosöl, Sojaöl und Neemöl angewendet. Diese Mittel wirken, indem die Läuse durch das Bedecken mit einer „Ölschicht“ sozusagen erstickt werden.

Die Substanzen sind als Shampoo, Spray oder Lotion erhältlich. Bei der Anwendung eines Sprays ist zu bedenken, dass der Sprühnebel versehentlich eingeatmet werden kann.

Um den Behandlungserfolg zu überprüfen sind eine sorgfältige Kontrolle und bei Bedarf eine Wiederholungsbehandlung unerlässlich. Der Zeitraum der Wiederbehandlung hängt vom jeweils ausgewählten Präparat ab und ist der Gebrauchsinformation zu entnehmen.

Die Behandlung entzündlicher Hautveränderungen erfolgt im Anschluss an die Beseitigung der Läuse.

Vorbeugende Mittel (Spray, Shampoo) mit natürlichen Pflanzenextrakten oder ätherischen Ölen ermöglichen eine gewisse Schutzbarriere, wenn im Kindergarten oder in der Schule Läusealarm besteht.

 

Mag. pharm. Eva Owesny